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Das Abschlussfoto

Sonntag, am 12.06.2016, geht es wieder los nach Schweden. Mit insgesamt 37 Personen fahren wir in fünf Kleinbussen bis zum 19.06. an den schon bekannten Platz in der Nähe von Karlshamn in Schweden. Das Besondere in diesem Jahr ist, dass wir zum ersten Mal nicht mit der Fähre von Travemünde nach Trelleborg fahren; denn diese macht noch einen Zwischenstop in Rostock und käme viel zu spät an, als dass wir noch einigermaßen entspannt unser Ziel erreichen und uns dort einrichten könnten. Statt dessen wagen wir uns erstmalig über die Vogelfluglinie, biegen in Lübeck nicht ab nach Travemünde, sondern fahren weiter über Fehmarn bis Puttgarden, von wo wir in einer dreiviertel Stunde nach Rödby in Dänemark fahren, dann weiter an Kopenhagen vorbei über die kilometerlange Öresundbrücke bis Malmö in Schweden und dann weiter bis Långasjönäs. Das ist insgesamt viel Autofahrerei, vor der wir uns bisher immer etwas gescheut hatten, aber mit vielen Pausen trauen wir inzwischen allen diese Strecke zu, es sind ja auch viele gestandene Schwedenfahrer dabei.
 
Motto: Dieses Jahr wird alles anders
 
Allerdings läufts zunächst wie jedes Jahr : niemand will mitfahren. Erst als wir- auch wie jedes Jahr - in einem Plenum ein kurzfristiges Datum festlegen, bis zu dem sich mindestens 20 Bewohner angemeldet haben müssen, damit die Fahrt in diesem Jahr überhaupt stattfinden wird, kommt die Schwedenfahrt ins Rollen.
Innerhalb von 12 Stunden sind wundersam plötzlich 22 Anmeldungen eingegangen. Also fahren wir...nach und nach treffen noch mehr Anmeldungen ein und nun sind wir in Schweden, 38 Personen dann tatsächlich.
Wir buchen sogar noch 1 Tag vor der Abfahrt noch ein Haus nach, insgesamt also 13 Häuser.


 

Fehmarnsundbrücke

Hier wird die Fähre bezahlt

Da alles anders werden soll, fahren wir dieses Jahr nicht mit der Fähre von Travemünde nach Trelleborg, sondern wir nehmen die Vogelfluglinie, fahren also über Fehmarn und Dänemark, die Fähre von Puttgarden nach Rödby fährt ungefähr 45 Minuten.
Normal sind wir Sonnabend morgen um 6 Uhr losgefahren und waren abends bestenfalls um 21.00Uhr am Ziel. Dieses Mal fahren wir Sonntags morgens um 5 vor 6 Uhr los und sind um 16.45 Uhr am Ziel. Das ist schon mal sehr anders als sonst.
 
Wir fahren bei Regen los und kommen bei bestem Wetter in Karlshamn an, das ist eher so wie immer.
 
Allerdings haben wir ganz viele fest eingeplante Sachen nicht mitgenommen, das ist ganz anders als sonst. Wir werden diese Woche ein hohes Maß an Flexibilität und wahrscheinlich auch Kosten aufbringen müssen, um ohne die zu Hause gelassenen Lebensmittel klar zu kommen; denn Appetit ist viel vorhanden.
 
Es tut sehr gut, hier bei hellem Sonnenschein anzukommen. Wir laden in Ruhe aus ( ist auch nicht soviel ), gehen dann gemeinsam zum Kiosk und essen so viele Pommes, bis alle satt sind. Das ist anders als sonst, sonst fallen wir gegen Mitternbacht erschöpft in unsere Betten und es läuft nichts gemeinsames mehr.


 

Auf der Fähre

So sieht die Fähre aus

Es war noch etwas gründlich anders: Wir haben alle gemeinsam in Reinfeld bei Lübeck bei McDonalds gefrühstückt. Das lief vorzüglich, weil Jasmin vorher zu Hause alle befragt hatte, was wir frühstücken wollten und uns dann schon angemeldet hatte. Als wir McDonalds stürmten, reichten uns die Mitarbeiter tiefenentspannt unser bestelltes Frühstück über den Tresen. Superorganisation!!! Danke, Jasmin, alles waren zufrieden, wir sparten Nerven und Zeit.
 
Ca. alle 100 km machten wir eine Pause, es gab dabei weder die angekündigten Würstchen noch die Frikadellen, aber die Stimmung blieb erstaunlich gut.
Wir fuhren zunächst über die Fehmarn Sund Brücke und waren beeindruckt, dann noch in Dänemark über einige große Brücken, aber das schönste Erlebnis war die riesengroße Brücke zwischen Kopenhagen und Malmö, lang, hoch, windig, einfach imposant.
Im 4km langen Tunnel davor war einigen mulmig zumute, aber dann zeigte sich Licht am Ende des Tunnels, nicht nur sprichwörtlich, sondern wirklich.


 

Öresundbrücke

Endlich entspannen

Erster Tag: Fast alle haben gut geschlagen, VIEL besser als in Deutschland. Wir frühstücken spät, die Brötchenbestellung von Deutschland aus hat bestens funktioniert. Wir kommen langsam in Gang, schließlich ist Urlaub. Um die Mittagszeit machen wir einen Erkundungsgang zum nächsten See. Es hat in den letzten Wochen sehr wenig geregnet und alles ist total trocken und vieles ist braun, vertrocknet, also herrscht Waldbrandgefahr. Interessiert das einen eingefleischten Raucher??
Ist gut gegangen, und morgen soll es den ganzen Tag regnen, das ergibt eine Risikominimierung. Nachmittags gibt es die vielgeliebte Shoppingtour nach Karlshamn, fast alle fahren mit, noch haben auch alle Geld und Kaufpläne.
 
Wir planen für morgen einen Besuch im Kreativum, das ist vergleichbar mit dem Universum in Bremen. Auch anders als sonst, normalerweise fahren wir bei Regen in den Elchpark und zu Kosta Boda. Anscheinend nehmen wir unser Motto ernst.
 
Zwei Bewohner sind mit den Neuerungen bei den Toiletten in diesem Jahr nicht ganz einverstanden, sie planen Änderungen, ich finde ihre Anregungen perfekt, wir sollten sie Bert unterbreiten, die Lösungen unserer beiden Bewohner würden die Wohnqualität wesentlich verbessern.
Dann wäre auch mit wenig Aufwand auch noch eine Dusche in jedem Haus möglich. Die alten Toiletten vermisst hier wirklich niemand. Jetzt wird es (höchtwahrscheinlich...) keine verstopften Abflüsse mehr geben wie sonst jedes Jahr mit erheblichem Drama.


 

Zauberei: Dieses wurde

in jenes verwandelt

Abends gab es Spaghetti, die in jedem Haus separat gekocht und dann mit der leckeren Sauce gemeinsam am Grilplatz verspeist wurden. Manch einer hatte aber vorher schon eine Sättigungsbeilage vorgelegt, falls die Nudeln knapp werden würden.....

Gemeinsames Abendessen

Die Spaghetti schmecken gut

Zweiter Tag: Tatsächlich scheint vieles dieses Mal anders zu sein. Heute habe ich bemerkt, dass Thomas mehr Paare Schuhe mitgenommen hat als ich, das ist noch nie passiert.
 
Heute ist wettermäßig der wahrscheinlich schlechteste Tag der Woche. Es sind maximal 16 Grad, es ist windig und es gibt immer wieder Regenschauer.
 

In dieser Richtung siehts noch gut aus

aber da naht schon der Regen

Also schlafen wir erst einmal lange, dann gemütlich frühstücken, dann gibt es das Angebot von Nicol, sich im Haus künstlerisch zu betätigen.
Wir beschäftigten uns mit Buchbinden, es entsteht ein schönes Schwedenandenkenbuch, wunderschöne Mandalas werden gemalt, Postkarten werden gestaltet, natürlich für den Versand an den Westflügel,es wird auch gestrickt, alles, was bei schlechtem Wetter gute Beschäftigung sein kann.
Alle geniessen es, einfach mal urlaubsmäßig in Ruhe miteinander zu sein. DasTreffen findet in Christians Haus statt und er ist ein freundlicher Gastgeber.

Kanufahren

oder einfach nur relaxen

Kreativ sein geht auch

oder mal ne neue Brille kaufen

Um 14.00Uhr hat der große neue 34 ans fynd second hand shop geöffnet, dahin wollen viele Bewohner, also geht es um 10 vor 2 Uhr los nach Karlshamn. Der Laden ist riesig und proppenvoll, schon kurz nach 2 Uhr bilden sich lange Schlangen vor den 3 Kassen, unglaublich.
Nach kurzer Zeit leide ich unter einer starken Reizüberflutung und bemerke, dass wir alle nicht mehr in der Lage sind, zu entscheiden, ob wir etwas wirklich brauchen oder nicht. Da hatte es die Gruppe, die in der Zeit lieber viel Lakritz bei Lidl kaufen wollte, einfacher.
Dann fahren wir noch eben zu unserem Lieblingsladen Kvantum und kaufen Zutaten für das warme Essen, es gibt Chili con carne und die vegetarische Variation dazu. Weil es weiterhin regnet, essen alle in ihren Häusern, zum Chili gibt es Aufbackbrötchen.
In einem Haus essen die Bewohner lieber Pizza, in einem anderen wird Cordon Bleu serviert, Chili con carne gibt es zum Nachtisch....

Unsere Anglertruppe landet heute einen Volltreffer. Morgen wird es bei ihnen gegrillten Hecht geben. Der Jubel ist riesig, besonders von einem der leidenschaftlichen Fischer.
 
Das Kochen des Chilis hat seinen Preis, auch mit viel Mühe wird der Herd nicht mehr zu retten sein, zu tief hat sich Übergekochtes in das email eingebrannt. Gut, dass es niemand war.
 
Gestern hatten wir noch zwei sehr schöne Nachrichten aus Deutschland erhalten: Raffael ist endlich endlich Onkel geworden, überglücklicher Onkel. Also, Thore, lieber Vater, herzlichen Glückwunsch von uns allen hier. Nun erholt Euch gut von dem Abenteuer Geburt.
 
Und gestern haben auch noch unsere Westflügel Kühe zwei Kälber bekommen, beide schwarz, ein Kuh- und ein Bullenkalb. Ernest ist weiterhin stolzer sehr liebevoller Kälbervater.
Herzlichen Dank an André und an Wilfried, die nicht nur, während die Kühe gekalbt haben, fürsorglich dabei waren, sondern auch nach den Geburten trotz ziemlich protestierenden Mutterkühen die Kälber mit Ohrmarken versehen haben.
 
Die Wetteraussichten für morgen ändern sich fast stündlich. Zur Zeit planen wir morgen noch die Schärenfahrt nach Tjärö, vielleicht regnet es aber auch, also mal sehen . Und nun mal schauen, ob hier trotz des ungeheuren Kaffeekonsums im Laufe des Tages irgendjemand heute nacht gut schlafen kann...
 


 

Dritter Tag in Schweden : Mittwoch. Heute sollte es laut klart.se Wettervorhersage bis 10 Uhr regnen, dann einige Stunden nur stark bewölkt, dann wieder Schauer, Rest der Woche jeden Tag viel Regen. Also heute die Schärentour, weil Dauerregen auf unserer Schäre Tjärö kein schönes Erlebnis ist, unter anderem, weil wir uns nirgendwo unterstellen können.
Heute morgen dann ab 8 Uhr strahelnde Sonne , die den ganzen Tag durchhielt. Dadurch wurde die Fahrt durch den Schärengarten vor Karlshamn ein wunderbares Erlebnis.
Was ist mit unserem Motto: alles wird anders?

Entspannung unter Deck

und auf dem Sonnendeck

Das erfüllte sich, als wir Tjärö erreichten. Der spektakuläre Anlegeplatz mit den riesigen Felsen daneben, auf denen die Mutigsten von uns immer ganz nach oben kletterten, bis der Schärendampfer Vindskär, der uns wieder abholte, in Sicht kam - den gibt es nicht mehr. Der Anleger wurde einfach entfernt. Warum?
Die Schäre stand zum Verkauf und wechselte für 24 Millionen Kronen den Besitzer. Der neue Besitzer "nimmt viel Geld in die Hand" und erschließt Tjärö für den Tourismus. Dutzende von Handwerkern arbeiten an verschiedenen Stellen auf der Insel, teilweise mit schwerem Gerät, um die Insel für anspruchsvolle Touristen herzurichten.
Wir landeten mit der Vindskär auf der anderen Seite der Insel im alten Yachthafen. Der wird groß ausgebaut, direkt am Anlieger sind mehrere größere Gebäude entstanden, eines wird ein Cafe, das Geldverdienen soll also beginnen, sobald die Gäste ihren Fuß auf die Insel setzen. So erklärten es die Handwerker.
Alles wird anders, erkenne ich mit Wehmut.

Ankunft auf Tjärö

und endlich frühstücken

Den Urlaub genießen

trotz der gefährlichen Kühe

Wir frühstücken auf der Insel oben auf unserem Lieblingsfelsen oberhalb des Hafens, machen eine leichte Tour durch die Kuhweiden, gehen mitten durch die aufgeregte Kuhherde ( sie sind unruhig wegen unserer Hunde, glaube ich, Juno sieht ein bischen so aus wie ein Kalb...), sitzen ein wenig am Ostseestrand, gehen zurück, vorbei an lauten Baustellen, ganz fremde Geräusche auf Tjärö. dann kämpft sich eine kleine Gruppe noch durch die anspruchsvolle Wildnisseite mit hohen Felsen und recht unwegsamem Gelände, das scheint unbezwingbar durch die Tourismuspläne... Der Rest sitzt oben auf dem Frühstücksfelsen und wir erzählen uns gegenseitig von der ersten Liebe. Schön, wie alle ruhig und interessiert zuhören können. Es sind auch tolle Geschichten, die wir erfahren dürfen.

Abends sind alle relativ müde von dem ganzen Tag in der Sonne und in dem Wind. Alle haben gut Farbe bekommen. Es gibt einen sehr leckeren Nudelsalat und wir grillen dazu. Fleisch und Würste für alle satt. Das ist auch anders, es wird solange gegrillt, bis niemand mehr etwas essen möchte. Raffael grillt lange konzentriert und gut, Mengen!
 
Danach kehrt recht schnell eine Abendruhe ein. Wir trauen uns noch nicht, den nächsten Tag zu planen. Das machen wir morgen früh beim Frühstück, wenn wir das Wetter live erleben.

So sieht das Ganze dann von oben aus. Wahrscheinlich die Perspektive unserer Schutzengel....
 
Vierter Tag: Heute war für den ganzen Tag Regen angesagt und wir waren beim Frühstück nicht sehr entscheidungsfähig, wie wir den Tag gestalten wollen.
Regen, also - Elchfarm, das bedeutet, einer alten Konditionierung folgen, also keinesfalls! Damit scheidet auch Kosta Boda aus, denn das ist in der Nähe des Elchparks.
Kanu fahren bei Regen, welcher Bewohner macht mit? Uns fällt niemand ein.
Um den großen nächsten See wandern, viele Kilometer bei Regen? Will das jemand mitmachen?
Wir haben zu Beginn der Woche nachgeschaut, wann das Kreativum (Schwedische Antwort auf das Bremer Universum ) geöffnet hat, Freitag, Sonnabend und Sonntag.Ich weiß zwar das Datum von heute nicht, aber heute ist Donnerstag, also auch nicht möglich. Ich schaue noch einmal auf der Website nach, wie teuer denn wohl der Eintritt gewesen wäre und ab wieviel Personen es einen Gruppentafrif gäbe. Als erstes lese ich: heute von 11 bis 16 Uhr geöffnet. Wir trommeln alle zusammen und schlagen einen Besuch im Kreativum vor, erklären, was es ist und das es nur 7km entfernt liegt, 5 Minuten mit dem Bus. Die Resonanz ist ernüchternd, 6 Leute melden sich spontan. Mit Gruppentarif wird es so nichts...
Frustriert sage ich: na, dann können die Restlichen ja die Wanderung um den nächsten See machen. Daraufhin finden sich bei der verabredeten Abfahrt ins Kreativum 20 Mitfahrer ein, die sich nichts Besseres vorstellen können, als das Kreativum zu besuchen.

Wer am entspanntesten ist, gewinnt....

Oliver als Torwart

Wir bekommen also tatsächlich eine Gruppe von zwanzig Personen zusammen und kriegen damit auch einen Gruppenrabatt. Anders als bei unserem letzten Besuch im Kreativum vor etwa 15 Jahren waren alle Bewohner sehr interessiert und haben vieles ausprobiert und mitgemacht. Besonders spannend war der Vergleich, ob Sabine oder Michael enntspannter wären. Michael konnte schließlich den Vergleich für sich entscheiden.

Balance, Konzentration, Koordination...

sind hier ebenfalls gefordert.

Neben Spielen zum Staunen und "for fun" gab es auch viele naturwissenschaftliiche Experimente und Erklärungen

Jenny zieht an einem,

Dieter am anderen Ende. Wer gewinnt?

Zum Beispiel konnte Jennifer mit Hilfe eines Flaschenzugs locker Dieter durch den Raum ziehen, was für ihn schwer verständlich war. Das war dann auch nicht Dieters Lieblingsversuch.

Hier wird noch Holz gerückt

und Jennifer steigt in eine Seifenblase

Einige freuen sich allerdings, wieder den Kreativklub mit Nicol zu gestalten.
 
Einige möchten lieber den Nachmittag mit Lesen, Schlafen, Rätsel lösen oder Sudoku verbringen.
 
Ich würde so gerne eine lange Wanderung machen, wie geht das denn nun? Als ich aus dem Haus schaue, sitzt eine einsame Gestalt am Lagerfeuerplatz und ist sehr traurig, dass wir nicht wandern gehen. Der Frau kann geholfen werden. Wir sind 3 Betreuerinnen unud zwei Hündinnen, die gerne losgehen möchten. Da kommt eine entschlossene Bewohnerin und fordert unsere Begleitung bei einer langen Wanderung ein. Die Bewohnerin, eigentlich hundeängstlich, schnappt sich eine der Hündinnen und marschiert stramm los. Die ganze lange Wanderung über behält sie das Tempo bei und auch die gute Laune. Es geht durch alte Mischwaldbestände, die den Regen völlig abhalten und am Boden ein faszinierendes Licht werfen, über Felsen am Seeufer entlang, es gibt verschiedene Seerosen zu bestaunen und zu fotografieren, die Vögel geben den ganzen Weg über ein herrliches Konzert. Wir begegnen niemandem auf dem langen Weg, einmal kracht es kräftig neben uns im Unterholz, richtig laut, ein Elch? Wir haben keinen Elch gesehen.
 
Wieder zu Hause sind wir uns einig: Das war einfach wunderbar mit uns. Als ich die Bewohnerin frage, woher sie die beeindruckende Kondition hat, antwortet sie: Das ist Natur, das liegt an Kirgisien, da ist man so zäh.


 

Fünfter Tag: In der Nacht haben sich 3 Krähen und 3 Möwen um einen großen Plastikbeutel mit alten Brötchen, der auf dem Tisch auf unserer Veranda lag, gestritten.
 
Sally und ich wachen gleichzeitig um halb vier Uhr auf, weil es auf der Veranda ein ziemliches Gepolter gibt. Ich springe aus dem Bett, in meinem Kopf rasen Gedanken wie: jemand krampft und hat es gerade noch bis zur Veranda geschafft, oder: jemand hat sich verlaufen und ist auf der Veranda schwer gestürzt oder mehr Absurdes. Ich renne ums Haus zur Veranda und komme gerade zurecht, um etwa in meiner Kopfhöhe den Beutel Brötchen und sechs sehr zornige Vögel zu erleben, die jeweils zu dritt mit dem Beutel in verschiedene Richtungen fliegen wollen. Sie sind so erschrocken über meinen Auftritt, dass sie mir den Beutel vor die Füße fallen lassen. Sie verabschieden sich mit lautem empörten Geschimpfe.
 
Lange kann ich nicht wieder einschlafen. Es ist auch schon hell um diese Zeit. Draußen gibt es lange Zeit Vogelgekeife. Vielleicht ist es wie bei uns und sie wollen sich gegenseitig die Schuld (hier für den Verlust der Beute) in die Schuhe schieben.
 
Wie ich auf diese Idee komme?
Schon bevor die Brötchen zum Frühstück da sind, gibt es heute morgen in mehreren Häusern wilden Streit, sogar mit tätlicher Auseinandersetzung. Jedes Mal ist natürlich der Andere Schuld am Geschehen.
So gibt es für die Betreuer vor dem Frühstück etliche Schlichtungsarbeit. In den Tagen zuvor war es in den Häusern kaum zu Auseinandersetzungen gekommen.
Noch zwei Tage in Schweden, das sollte doch noch harmonisch weitergehen können.
Heute ist Regen angesagt; die Bewohner wollen wie jeden Tag shoppen uund chillen, also wird es dann doch die Fahrt in den Elchpark.

Erst einmal alles Wissenswerte über Elche nachlesen

Und dann mal losmarschieren

Alle fahren mit. Wir sind knapp zwei Stunden unterwegs, dann sehen wir im Elchpark 5 Elche, einen Riesenalten, 3 Einhährigen und einen schwachen scheinbar sehr alten klapprigen Elch, natürlich verzaubern uns wie immer die Zwergziegen, alle wollen, dass wir im Westflügel auch Ziegen halten. "Ich kümmere mich auch um sie" sagt fast jeder. Die Hängebauchschweine haben einen schönen Stall und einen komfortablen Auslauf erhalten und fühlen sich sichtbar wohler.
 
Nach dem Besuch des Elchmuseums und dem Rundgang kaufen wir uns Elchbratwürste unf grillen sie über offenem Feuer, lecker. Dazu gibts Cola.
 
Eine sehr freche Katze versucht, so viel Wurst wie möglich zu ergattern. Das gefällt uns.

Sehr interessant....

den Anfang machen einige Ziegen.

Und dann sehen wir doch noch

ELCHE !

Auf dem Rückweg überquert Raffael an einem Rastplatz einen Fluß, indem er akrobatisch von Felsen zu Felsen springt. Er kommt echt weit.
 
Als wir zu Hause ankommen, regnet es wieder. Einige fahren noch zum Shoppen nach Karlshamn, andere kochen, manche trinken sehr viel Kaffee, alles wichtig.
 
Wir essen sehr spät Abendbrot, dann gehen viele noch duschen, eine Bewohnerin und ich haben noch eine kräftige Auseinandersetzung, klären es aber noch vor dem Zubettgehen gut. Die Hunde machen mit Thomas und Jasmin eine Runde bei kräftigem Regen, wir dokumentieren noch den Tag, aber müde.
 
Morgen läuft der count down für die Rückreise an, schon mal Fenster putzen, Sachen packen, Geschirr überprüfen, Schubladen räumen und reinigen, Proviant für die Rückreise besorgen, Brötchen schmieren, trotz allem noch Spaß haben, Kanu zurück bringen, niemandem erzählen, was uns mit dem Kanu passiert ist, also auch nichts vom Kentern.
Wir wollen übermorgen um halb elf vom Platz Richtung Heimat aufbrechen. Das kann klappen, wenn die Hausabnahme durch Bert erfolgreich abläuft und wir nicht lange nachbessern müssen. Wir haben 13 Häuser zu reinigen. Erstmal gehen wir jetzt alle schlafen.
 
Ach, und fast vergessen: Morgen feiern wir mit Jennifer ihren Gebburtstag.

6.Tag letzter Urlaubstag in Schweden
 
Heute beginnt der Tag mit einem Geburtstagsfrühstück, Jennifer wird 24. Es gibt von allem viel, Geschenke, Essen, zum Schluss noch für jeden ein Stück von der mächtigen Sahnetorte mit der dicken grünen Marzipanumrandung. Fett und lecker.
 
Danach fahren die meisten....richtig: shoppen, wie jeden Tag.
 
Es gibt aber auch richtig gute Gründe, um noch mal wieder ins Geldausgeben zu verfallen. Wir planen, am Abend ein Schwedenabschiedsbüffet zu gestalten, jedes Haus denkt sich etwas Schmackhaftes aus, kauft die Zutaten dafür in Karlshamn ein und bereitet das Gericht zu. Zunächst gibt es keine Absprachen, aber dann sickerte durch, dass drei Häuser sich mit Köttbullar befassen wollen. Danach besprechen wir uns doch lieber und das Ergebnis ist einfach Klasse.
 
Das Büffet ist schmackhaft, vielfältig und liebevoll hergerichtet.
 
Es wird alle.
 
Danach sitzen wir noch weiter zusammen, satt und zufrieden. Wir versuchen einen Rückblick auf die letzte Woche. Es gibt viele Stimmen, meist positiv. Einige finden es toll, dass sie so schön ausruhen konnten, andere finden, das es zu anstrengend war, einige freuen sich auf zu Hause, andere wären gern länger geblieben. Zwei Meinungen kristalisieren sich heraus: Die Fahrt über die Vogelfluglinie ist viel besser als die lange Reise mit der Fähre und das Essen war die ganze Woche über sehr lecker.

Den Nachmittag verbringen wir mit Aufräumen und Putzen. Die Fenster werden gereinigt, die Küche auf Hochglanz gebracht, alle mitgebrachten Utensilien schon mal in den Bussen untergebracht, bis auf die Bettwäsche, die ist erst morgen früh dran.
 
Wir holen 320 Brötchen vom Konsum und schmieren sie alle für morgen. Dafür installieren wir eine Schmierstraße, einer schneidet die Brötchen auf, einer bestreicht sie mit Butter, dann kommen mehrere, die nach den Wünschen der Anstehenden die Brötchen belegen. Es gibt eine gute Auswahl an Auflage. Jeder Rückreisende erhält dann einen Beutel mit Brötchen seiner Wahl für seinen Proviantrucksack. Die Fahrt nach Syke dauert lange und fast alle haben viel Hunger. Zu Abend werden wir wieder in Reinfeld bei MacDonalds einkehren, Jasmin hat unsere Bestellungen schon durchgegeben. Perfekt.
 
Wir wollen sehr früh ins Bett gehen, weil morgen ein anstrengender langer Tag sein wird, aber das klappt nicht so gut. Es gibt noch viel zu tun, dann gehen viele noch zur Dusche und etliche sind einfach zu aufgeregt, um früh schlafen zu können.
 
Wir haben auch noch einige Spezialisten, die sowieso die Nacht nicht unbedingt zum Schlafen nutzen. Dann wird eben morgen im Bus geschlafen.