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Die ganze Truppe

Schwedenfahrt 2015

13/14.6.2015 37 Personen, 5 9Sitzerbusse, alle übervoll mit uns und unserem ganzen Gepäck, 13.06.2015, Abfahrt 5.25Uhr.
Dieses Mal fahren auch 3 Hunde mit, groß, mittel und ganz klein. Die Kleine ist am lautesten. Wir kommen sehr gut und zügig in Travemünde an, Stimmung ist sehr gut, obwohl viele von uns vor 4 Uhr morgens aufgestanden sind.
Die Fähre ist recht voll, bald wird Midsommar in Schweden gefeiert, nächsten Freitag. Die Schweden an Bord hängen vor den Fernsehern. Ach ja, der schwedische Prinz heiratet heute und die Hochzeit/Zeremonie wird den ganzen Tag live im TV beobachtet und genossen.
Uns ist das schon fremd, aber in der Begeisterung der Schweden liegt auch etwas Anrührendes. Uns war mitgeteilt worden, dass wir über Rostock nach Trelleborg fahren. Wir warten und warten auf Rostock, aber der Plan ist geändert und wir haben keinen Zwischenstop, merkwürdig. 18.30 Uhr Ankunft in Schweden, eine Stunde eher als erwartet. Sehr gut, denken wir naiv, dann sind wir eher in Långasjönäs und eher im Bett. Alles scheint ruhig an Bord, sehr angeregte Stimmung, gute Kommunikation, wir reden, spielen, essen, geniesen an Deck Sonne und Wind.
Plötzlich bekommt ein Bewohner eine heftige Panikattacke, schlägt um sich, 2 Mitarbeiterinnen, die am schnellsten bei ihm sind, haben echt schlechte Karten. Tatsächlich müssen sie um Hilfe schreien und erst eine geballte Personalkonzentration bringt zunächst Entspannung.
Später scheint alles entspannt, wir fahren mit Vorfreude auf Schweden von Bord. Es regnet erst wenig, dann sehr viel. Unsere erste Pause fällt kurz aus, trotzdem regnen wir durch, die zweite Pause lassen wir vorsichtshalber ausfallen.
In Långasjönäs angekommen regnet es zwar auch, aber der Empfang durch Bert ist herzlich, die Häuser sind super sauber und einladend. Es ist 22 Uhr und wir sind alle müde.
Auspacken, Häuser einräumen, Betten beziehen, Nachtmedikamente verteilen, eine gute Stunde. Dann Aufruhr: jemand schreit, tobt und verschwindet in der Dunkelheit. Ein Mitarbeiter hinterher, ein anderer Mitarbeiter holt Hilfe. Kurz vor Midsommar ist es lange hell, aber kurz vor Mitternacht ist es auch stockdunkel.
Der Flüchtling springt in den See und wir haben Mühe mit der Bergung. Irgendwann liegen dann doch alle Bewohner im Bett, wir hoffen, dass sie auch schlafen.
Wir treffen uns zum Dokumentieren und machen noch einen Plan für den Sonntag. Meine Güte, sind wir erschöpft. Am nächsten Morgen gibt es recht früh Aufregung. Die Klos funktionieren nicht, sie sind außer Funktion. Das Problem ist uns bekannt. Sonntags morgen....jemand aus unserer Gruppe hat das fragile Toilettensystem außer Gefecht gesetzt. Bert trägt es mit Fassung und Kompetenz, nach 2 Stunden ist das Problem gelöst. Gestern hat Bert uns 200 bestellte 5Kronenstücke gegeben und heute fangen wir mit dem Verbrauch an. Es wird intensiv geduscht, 5 Kronen ermöglichen 5 Minuten warmes Wasser im Servicegebäude, ca 1 km von unseren Häusern entfernt. Das ermöglicht Reinigung, Erfrischung und Fitness in einem Aufwasch.
Wir holen unsere vorbestellten Brötchen ab, Dieter kommt heute nicht mit und die Verkäuferin fragt nach ihm. Ich versichere ihr, dass sie morgen das Vergnügen haben wird.
Für einen Bewohner haben wir ein wichtiges Medikament in Syke vergessen. Was nun? Nachschicken? Hier besorgen? Wie? Wo? Wer?
Wir fragen zunächst in der Sonntagsapotkeke, die schickt uns zum Akutmotagning, die dann weit weg zum vård, der uns dann endlich mit Rezept zur Apotheke, die hat dann aber zu, nächste Apotheke 45km entfernt.Bei jeder Station muss man eine Nummer ziehen und WARTEN. Draußen scheint schön warm die Sonne. Die Wartezimmer sind kalt und unbequem, aber irgendwann sind wir wieder in Långosjönäs und können den herlichen Tag geniessen. Die anderen haben schon mal einen Spaziergang zum nächsten See unternommen, die 3 Hunde laufen mit. Alle kommen wieder und sind noch ganz frisch, hätten noch weiter laufen können. Ist bei uns die Fitness ausgebrochen? Das wird sich übermorgen zeigen; denn dann planen wir eine weite Tour, nicht sehr anspruchsvolles Gelände, aber immerhin 9 km lang. Das Wetter soll nicht so gut sein, mal sehen, was wir alles unternehmen können. Sicherlich wollen auch alle auf die Schäre, dort klettern, aber das ist bei Regenwetter nicht spaßig, dann sind auch die Felsen glitschig und die Strecke ist gefährlich. So ganz stabil lässt sich das schwedische Wetter nicht immer voraussagen, vielleicht haben wir Glück.
Nachmittags geht es noch zu ICA Kvantum, shoppen. Dann wird gekocht, Penne mit Gorgonzolasauce, lecker, alle essen gemeinsam an der Feuerstelle. Die Stimmung ist gut, das Geld ist auch noch nicht ganz alle, also freuen wir uns auf die nächsten Tage.


 

15.6.2015 Morgens: alle Toiletten funktionieren fabelhaft, dafür hat ein Bewohner eine mächtig dicke Backe, hat die Nacht vor Schmerzen nicht schlafen können und die Laune ist jenseits aller Meßbarkeit schlecht.
Natürlich steht ein anderer Bewohner dem Zahnschmerz auch wohlwollend gegenüber und verlangt selbst auch dringend einen Zahnarztbesuch.
Wider Erwarten scheint die Sonne und der Großteil der Bewohner wird nach und nach unternehmungslustig. Nach einem Kurzfrühstück fahren wir alle miteinander los, 3 Busse fahren gleich zum Fähranleger und sichern uns allen Plätze auf der Fähre durch den Schärengarten vor Karlshamn mit Fahrziel Tjärö, unserer absoluten Lieblingsschäre.
Ein Bus hat Frühstücksproviant geladen und holt noch die frischen Brötchen dazu aus dem Konsum in Asarum. Der letzte Bus fährt zur Apotheke, um endlich das fehlende Medikament zu organisieren. Das ist nicht einfach, in der Apotheke kann man die Schrift des Arztes nicht entziffern. Es dauert und dauert, dann bezahlen wir eine ganze Menge Geld und bekommen endlich das Medikament und erreichen trotz Umleitung noch die Fähre. Alle gehen über die ausgelegte Gangway aufs Schiff---bis auf Hündin Juno. Sie kämpft wie um ihr Leben, wehrt sich mit allen Kräften -davon hat sie reichlich. Die Fähre will losfahren, Juno will nicht mit. Es hilft nichts, sie wird an Bord getragen. Dabei leistet sie auch Widerstand, ich denke, es war ihr unendlich peinlich. Gleich darauf rennt sie die Treppe aufs Sonnendeck hinauf, ich komme fast nicht hinterher. Letztes Jahr benötigte sie eine Stunde, bis sie den Mut für die Treppe gefunden hatte. Den Rest der Hin-und Rückfahrt läßt sie nichts mehr anbrennen, alles klappt, zitternd und hechelnd, aber ohne Zögern, sehr tapferer Hund, sagen alle.
Nachdem die Fähre abgelegt hat, kommt der Kapitän und erzählt uns, dass die Insel Tjärö geschlossen ist. Alle Häuser sind leer und verschlossen, es gibt nun weder Laden noch Café, nicht mal mehr eine öffentliche Toilette. Der Besitzer hat sich entschlossen, die Insel für 28 Millionen schwedische Kronen zu verkaufen. Was ist, wenn wir alle zusammenlegen?? Wir finden die Insel wunderbar.


 

 

Dort angekommen, gehen wir zum Felsen oben auf der Insel, der kennt uns schon. Wir gestalten ein ausgiebiges Frühstück, schließlich wollen wir gleich Leistung bringen. Die Insel ist total verlassen, merkwürdig, aber für uns nicht schlimm. Die gesamte Natur stellt sich uns zur Verfügung und wir fühlen uns wohl in ihr.
Zunächst die leichte Runde für alle, 30 Minuten, aber auch dort eine Überraschung: Unsere Hunde laufen frei und schnell, dadurch wird eine Kuhherde (mit ziemlich großen langen Hörnern) aufgeschreckt und donnert vor uns flüchtend ins Gebüsch, schon imposant. So ganz verlassen ist die Insel wohl denn doch nicht. Es gibt auch noch Wildschweine, überall findet man ihre Wühlspuren.
Nach der ersten Runde bildet sich eine bewegungsfreudige Gruppe, die auch noch die anspruchsvolle Runde durch den wilden bergigen Teil der Insel bewältigen will. Der Rest liegt in der Sonne oder geht zum verlassenen Anleger. Dort liegt noch das Schiff, mit dem früher die großen Gruppen vom Festland gekommen sind. Wir schauen es an. Möwen kreischen laut und nah über unseren Köpfen. Zunächst denken wir, dass sie gefüttert werden wollen, dann aber finden wir den Grund für das bedrohlich nahe Gekreische. An Deck des Schiffes befindet sich ein Möwennest und zwei der kleinen Möwen laufen schon panisch an Deck umher. Wir betrachten sie kurz, alle haben noch nicht so kleine Möwenkinder gesehen, dann entfernen wir uns und es kehrt endlich Ruhe ein. Am Anleger zurück machen einige Bewohner und Mitarbeiter die obligatorische Mutprobe und klettern auf den steilen Felsen direkt am Wasser. Juno will gerne mit, wir verhindern das und sie sucht sich nach etlichen Versuchen, doch noch auf den großen Felsen zu klettern, gegenüber einen kleineren Felsen, den sie bezwingen kann.
Zurück in Karlshamn gehen einige noch einkaufen, stadtbummeln. Andere fahren zu den Häusern und beginnen zu kochen, Spaghetti Bolognese.
Abends essen wir gemeinsam am Lagerfeuer, danach gehen die Meisten noch duschen. Aber etliche sind vom Tag erschöpft und liegen schon in den Betten. Es gab viel Aktivität und morgen wird es so weiter gehen.


 

 

16.6.2015
morgens:
"Du hast mich aus meinen süssesten Träumen geweckt!"
"Was hast du denn geträumt?"
"Wie kann ich das wissen, ich habe doch geschlafen..."

 
Heute haben wir Großes vor: Geocache am Alljungen
Thomas Haus steht in der Nähe des Alljungen. Vor ca. 8 Wochen waren wir eine Woche lang dort, teils Erholung, teils Vorbereitung dieser Reise.
Unter anderem haben wir ein Geocache vorbereitet, auf einer Strecke von ca 12km haben wir 20 Behälter deponiert, die mit Hilfe von Fotos gefunden werden können. In den Behältern sind 10-15 Kronen für den Finder, dann noch 20 Punkte für das Team des Finders und noch Punkte für ein teilnehmendes Team, gleichgültig, ob sie die Finder waren oder ein anderes Team.
Es gibt zusätzlich noch 80 Fotomotive, die es zu endecken gilt. Wie geht das Ganze? Wir lassen 5 Gruppenleiter jeweils das eigene Team wählen, so wie früher bei uns in der Schule beim Völkerball. Das klappt sehr gut, unsere Bewohner suchen sich nach ganz eigenen Kriterien aus. Die Befürchtung, das es übermächtige Teams gibt, ist unberechtigt. Jedes Team ist sehr speziell und bunt gewürfelt. Es gibt Wertungen fürs Finden des Caches und es gibt Wertungen für besondere Teamleistungen. Nicht alle können den weiten Weg mitgehen. Einige bleiben bei Thomas Haus. Als wir müde von unserer Unternehmung zurück kommen, hat die zurückgebliebene Gruppe viel unternommen, Gras gesenst und geharkt, Spiele gespielt, Kaffee getrunken, in jedem Fall sind sie bester Laune.
Unser Weg zu den Caches führt mal durch Wälder, mal durch Bakareboda, ein kleines sehr idyllisches Dörfchen, typisk svensk. Vorbei an Lichtungen mit vielen riesigen Felsbrocken zwischen den kleinen Bäumen des neu wachsenden Waldes. An einem riesigen Felsplateau am Alljungen machen wir die Halbzeitrast. Thomas kommt mit dem Auto und bringt uns sehr viel Leckeres typisch schwedisches, damit wir auftanken können für die zweite Hälfte des Weges. 6 tapfere Wanderer fahren mit Thomas zurück, die Strecke ist anspruchsvoll und die 6 haben ihr Bestes gegeben, mehr geht nicht.
Die Anderen ziehen weiter, nun am Ufer des Alljungen entlang, wenig Steigung und Gefälle, weicher Waldboden, wunderbare Landschaft, das macht uns einigermaßen friedlich im Kampf um die Caches. Zuvor hat es beim Entdecken der ersten Caches wilde Kämpfe gegeben, mit Wegdrängen, Schieben, Reissen, Schreien und lautem Geschimpfe. Einigen Bewohner ist es zu unsportlich und sie steigen aus.
Sie geniessen nur noch die Landschaft und nehmen auch ohne Suche vieles bewusst wahr.
Wir haben die Geocachesuche vorbereitet mit dem Wunsch, dass wir sie als Achtsamkeitsübung für alle Teilnehmer erleben können. Wir stellten uns vor, dass die Teilnehmer mit offenen Augen ihre Umgebung betrachten und in der Wahrnehmung ihres Umfeldes den Cache entdecken. Einigen vergeht der Spaß nach kurzer Zeit, es ist viel zu rauh und grob. Dann führen wir neue Regeln ein. Wer etwas gefunden hat, geht ans Ende des unserer Gruppe. So soll es zu einem Rotieren kommen, in dem auch die schwächeren Teilnehmer Chancen erhalten.
Guter Plan, schwer durchzusetzen. Durch geschicktes Taktieren und durch Hilfestellungen der Mitarbeiter haben dann allerdings auch die schwächeren Teilnehmer Erfolgserlebnisse.
Als dann alle Teilnehmer am Ziel angekommen sind, machte sich tiefe Zufriedenheit breit. Diese Leistung, ca 12km durch die Wildnis, das kann jeder, der angekommen ist, für sich selbst als großen Erfolg werten. "Ich habe nicht geglaubt, dass ich das schaffe" sagen doch etliche Teilnehmer in Ziel. Sehr kaputt und sehr zufrieden, so ist die Grundstimmung wohl treffend beschrieben.
Siegerehrung: Durch die Zusatzbewertung "Teamgeist" gibt es eine Überraschung, weil nicht die Mannschaft gewonnen hat, die die meisten Caches gefunden hat, sondern die, die auch gut im Team zusammen gearbeitet hat. Der Jubel ist riesig.
 
Als Anerkennung gehen wir alle zu McDonalds, um dort kräftig zu essen.
Leider ist McDonalds Karlshamn mit unseren Bestellungen komplett überfordert: (37 Menues hintereinder weg auf eine Rechnung) wir bekommen nicht alles, was wir bestellt haben und der "Kampf" flammt wieder auf. Einige nehmen schnell alles, was geht und andere gehen ziemlich leer aus. Es kostet viel Energie der Mirarbeiter, noch nachzufordern und uns einigermaßen satt zu bekommen. Was als freundliche Geste gemeint war, endet in Frustration und nicht satt gewordensein bei etlichen Teinehmern und auch bei Mitarbeitern. Schade, so klingt der wunderbare Tag mit Missstimmung aus.
Glücklicherweise haben die Bewohner hochkalorische Kühlschrankinhalte und es braucht niemand hungrig ins Bett gehen.
Heute morgen bleiben viele frische Brötchen übrig, bei Nachfrage bekomme ich die Antwort: Ich habe gestern abend viel zu viel Pizza gegessen. Ich bin beruhigt. Unsere Bewohner haben durchaus Ressourcen und können sich um ihr leibliches Wohl gut kümmern.


 

17.6.2015
 
Diesmal bleibe ich am Ball.
 
Heute gibt es kein großes Programm, sondern wir bieten verschiedene kleine Unternehmungen in der Nähe an. Zunächst beginnt der Tag ruhig nach der Anstrengung gestern.
Nach ausgiebigem Frühstück planen wir Verschiedenes hier in der Nähe, ganz in Ruhe.
Eine Teil spielt lange Zeit Fußball, einige lösen Rätsel, einige Tapfere baden ca. eine Stunde im See, das Wasser ist noch ziemlich kalt, aber das Vergnügen ist trotzdem riesengroß. Es gibt Kanutouren auf dem See. Einige sind viele Jahre nicht Kanu gefahren, aber es klappt noch gut.
Ein paar suchen in der Nähe Geocaches, mit gutem Erfolg, wir haben gestern ja auch reichlich geübt. Natürlich darf auch das Geldausgeben nicht fehlen und deshalb fahren am Nachmittag noch wieder 2 Busse nach Karlshamn, kaffeesieren, bummeln, kaufen. (streiten). H+M und Secondhandshop sind die Renner. Es gibt auch wieder Zahnschmerzen und eine neue Grippe ist im Anmarsch, aber Schmerztablette und Wärmflasche sind als Gegenmittel vorhanden.
 
Nachmittags kauft die Kochgruppe noch bei Kvantum ein, dann gegen halb fünf Uhr beginnt das Kochen: Chili con carne auf dem Campingkocher für 37 Personen. Es wird ein längerer Prozeß mit zwischenzeitigem Zweifel, ob das Essen überhaupt fertig wird. Aber es wird:
Chili con carne in 4 Variationen: ohne Tomaten für eine Allergikerin, die dann leider keinen Hunger hat, mit Rinderhack für Muslime, ohne Fleisch für die Vegetarier und tatsächlich auch noch old fashioned nach altem Rezept. Schön scharf und wohlschmeckend. Lob an die Küche, alles Essen hat bisher sehr gut geschmeckt. Während des Kochens auf der Veranda mit dem Campingkocher hat leichter Regen eingesetzt. Dieser Regen entwickelt sich im Laufe des Abends in ein stürmisches Unwetter und wir mögen keinen Hund mehr vor die Tür schicken. Sie wollen auch nicht, unsere 3 Hunde, das Wetter ist zu schlecht. Für morgen ist die lange Wanderung um den Nachbarsee geplant. Fast alle wollen mit, sei das Wetter, wie es wolle. Wir hatten bisher nur gutes Wetter und sind fest entschlossen, uns den Rest der Zeit nicht vom drohenden Regen verderben zu lassen.
Nach der Wanderung haben wir den kühnen Plan, abends lecker zu grillen, mal sehen, ob wir es möglich machen können.


 

18.6.2015
 
Ich habe mir überlegt, dir meinen Kaffee zu schenken, aber ich werde ihn mir selber gönnen.
 
Heute war Regen angesagt. Da es morgen an unserem letzten Tag noch viel mehr regnen soll, haben wir uns für heute mutig vorgenommen, den Lilla Kroksjö ( wunderschöner Nachbarsee) zu umnrunden.
Theoretisch eine lange Tour, aber nach dem Geocache mit seinen ca 12 km nicht wirklich der Rede wert. Morgens frühstücken wir in Ruhe, unser Krankenlager hat sich gelichtet, noch ein Teilnehmer hat Bettruhe, die anderen Kranken sind wieder munter, außer Zahnschmerzen, das ist ein Dauerbrenner. Wir haben herausgefunden, dass es kein kranker Zahn ist, sondern ein entzündetes Zahnfleisch. Das kann man behandeln, wir haben auch die notwendigen Medikamente mit, aber es reicht nicht, sie auf den Tisch zu stellen, sondern sie sollten sich zumindest in die Nähe des entzündeten Zahnfleisches begeben können. Da das nicht stattfindet, ist Linderung eine komplizierte, wenn nicht hoffnungslose Angelegenheit.
Ansonsten ist auch viel los, Krach in den Häusern, Lustlosigkeit in Bezug auf die Wanderung, Verweigerung der Nahrungsaufnahme und eine ziemlich deutliche Ansage in unsere Richtng: Betreuers sind doof!
Also fahren wir zunächst mal wieder nach Karlshamn zum shoppen, in der Hoffnung, dass Ebbe im Portemonnaie etwas Ruhe in den Laden bringt.
Ganz klappt das nicht. Es gibt Fehlkäufe, die Verzweiflung auslösen und bei Manchem die bittere Erkenntnis, dass nun für die Versorgung mit Kaffee und Tabak auf der Rückreise kein Geld mehr übrig ist. Das Geldleihgeschäft blüht.
 
Trotzdem gehen wir noch los, ziemlich durcheinander und mit recht viel schlechter Laune in unseren Reihen. Das erste Viertel des Weges hat nur ein Thema: wenn ich am See angekommen bin, drehe ich um und gehe zurück! Ich gehe nicht um den See!
Dort angekommen, verzaubert die wunderbare Idylle dieses Sees die meisten Wanderer und bis auf 2 kommen alle andern weiter mit. Die Stimmung wird richtig gut, obwohl das Gelände zunächst schwierig ist. Es hat geregnet, wir klettern über rutschige Felsen nahe am See, dicke Baumwurzeln schlängeln sich über den Waldboden, wir klettern über Zauntreppen ohne Geländer. Alle helfen sich gegenseitig und mit jedem überwundenem Hindernis wird die Stimmung besser. "Hätte ich nicht gedacht, dass ich das schaffe" höre ich öfter jemanden richtig zufrieden sagen.
Am anderen Ende des Lilla Kroksjö machen wir eine längere Pause mit Süßigkeiten und typisch schwedischem Gebäck, lecker.
Danach zurück auf der anderen Seeseite. Wir treffen einen älteren schwedischen Mann. Er erkennt, dass wir Deutsche sind und vermutet: Ihr kommt bestimmt aus dem Zillertal! Laute Abwehr, nee, natürlich aus Norddeutschland. Er glaubt uns nicht und hält seine Vermuting aufrecht. Als wir weiterziehen, läßt er sich noch auf einen Kompromiss ein und brüllt uns "Hildesheim" hinterher.
Die Wolken über uns sind dunkel und wir beschleunigen unsere Wanderung, gehen den kürzeren steilen Weg von See weg an die Straße.
Zwei Frauen wollen an der Steigung sterben, haben damit aber keinen Erfolg und sind dann nachher in der Spitzengruppe, als wir mit beginnendem Regen wieder bei unseren Häusern antreffen.
Als es später wieder trocken ist, grillen wir Fleisch und Würstchen und Feta an der Feuerstelle und dazu gibt es äußerst leckeren Nudelsalat mit Ruccola, getrockneten Tomaten und Sommenblumenkernen. Höchstes Lob für die Köche.
Das Haus, das heute gekocht hat, musste am morgen noch umziehen. Es gab ein Versehen bei den Buchungen und ab heute war das Haus an ein deutsches Paar vermietet worden, das sich auf kein anderes Haus einlassen wollte. Also: Sachen packen, umziehen. Altes Haus sauber machen, damit die Familie zufrieden einziehen kann, neues Haus saubermachen, weil der Vorgänger es nicht gemacht hatte. Dann Wandern, danach super Nudelsalat der Spitzenklasse kochen, großartige Leistung!!!!
Das Grillen wird, als alle fast satt sind, durch einen mächtigen Regenguss rigoros beendet. Abends sind wir alle erschöpft. Dass Urlaub so anstrengend sein kann.
 
Der Ausblick auf morgen ist nicht nur verlockend: Fenster putzen, packen, Proviant vorbereiten, Sachen packen, alles bei Dauerregen, zwischendurch natürlich noch mitfeiern, denn morgen ist midsommar und es wird hier in Långasjö sehr groß gefeiert. Morgen wird auch der ganze Platz mit allen Häusern und Campingstellplätzen voll sein. Das strengt uns an, denn die Duschen sind überfüllt, überall sind viele Menschen und alle sind laut, sie feiern. Gut, dass wir übermorgen nach Hause fahren, ODER???